Auch in diesem Jahr pilgerte ich zusammen mit Tausenden nach Köln zur dmexco. Im Vorfeld wurde ich teilweise genervt gefragt, was ich denn da will. Die größte Nabelschau der Onlinemarketer, Geld, Show, Party, wenig Fachliches. Dennoch der Branchentreff, bisher jedenfalls immer auch eine Art Klassentreffen gewesen, immer wieder Denkanstöße und gute Gespräche – darum bin ich also hin.

Die Besucherzahlen haben sich von 2013 zu 1015 auf über 43.000 fast verdoppelt – und das merkt man. Schon die Anreise war beschwerlich. Die Shuttlebusse sind überfüllt. Aber man kann ja auch laufen, 15 min durch den Regen, kein Problem, den Rest des Tages verbringt man eh in klimatisierten Hallen. Dann anstehen beim Einlass, allerdings nur wenn man keine Garderobe hat. Ansonsten vorab noch anstehen an der Garderobe. Wer Geld braucht, steht auch am Geldautomaten an. Wer was essen will, dort natürlich auch. Oh, und wer auf Toilette will und weiblich ist – der steht auch an, jedes Mal mit ca. 50 anderen Frauen. Auf den Herrentoiletten war es leer. Warum der Veranstalter da nicht eingreift und einfach mehr Toiletten für Damen öffnet, verstehe ich nicht. Vielleicht ein Verbesserungsvorschlag fürs nächste Mal. Die Seminare sind überfüllt, das merkt man aber auch erst nach dem man schon eine Weile ansteht. Anstehen ist auch auf dem Heimweg angesagt, zunächst bei den Bussen. Aber man kann ja auch laufen, 15 min nach einem Messetag, ist ja ganz erholsam. Dann anstehen am Fahrkartenautomaten – ca. 60 min (es war eine wirklich lange Schlange, ich hab versucht die App der Kölner Verkehrsbetriebe runterzuladen, wie vermutlich alle anderen auch, das funktionierte nicht) und dann endlich in die überfüllte Bahn. Ein Traum. Wer noch mehr Begeisterung lesen will: die dmexco mit anderen Augen betrachtet von der wuv.

Die Hallen sind sehr voll, man schiebt sich von einem glitzernden Stand zum nächsten, Musik, Präsentationen, Bewegtbild überall. In der Menge der sehr ähnlichen Angebote lässt es sich häufig nicht ausmachen, wofür denn die einzelnen bunten Buden (ich UNTERTREIBE) nun tatsächlich werben. Auf jeden Fall mit Themen.

Von Big Data zum Nutzer – Themenverlagerung

War hier im vergangenen Jahr noch Big Data ganz stark, so war es in diesem Jahr der Nutzer in allen möglichen Kombinationen, der ins Zentrum gestellt werden soll, ob in der Werbung, im Content oder bei den Tools.

Neben den überfüllten Seminaren gab es das Startup-Village – ebenfalls zu klein konzipiert. An Sitzen war nicht zu denken, im Stehen hat man leider die Präsentation entweder kaum gehört oder nicht gesehen. Schade, denn da waren sehr interessante Themen dabei. Geschafft habe ich es in die Konferenz.

Dann doch noch: alltagstaugliche Zukunftsvisionen

Und letztlich habe ich dann hier auch den Input bekommen, für den sich für mich die Reise gelohnt hat. Im Pannel „The Internet of Marketing Things“ wurden neue Ansätze zur Vernetzung von virtueller und tatsächlicher Realität gezeigt. Eine alltagstaugliche Zukunftsvision präsentierte Jonathan Oliver mit HoloLens eine Vernetzung eben zwischen virtuellen und realen Elementen, die wirklich überzeugend war. Gleichzeitig erklärte sie den Kauf von Minecraft durch Microsoft.

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Fazit

Insgesamt bin ich mit vielen Ideen im Kopf wieder nach Hause gefahren. Die haben etwas mit guten Gesprächen – auch außerhalb der Messe – zu tun, aber auch mit der ganz wichtigen Erkenntnis, dass wir mit der digitalen Entwicklung erst am Anfang stehen. Auch wenn Dinge wie Multidevice, das damit einhergehende responsive Design, Content, SEO und vieles mehr gerade unseren Alltag bestimmen, sind sie nur eine kleine winzige Randnotiz auf dem Weg gerade erst eingeschlagenen Weg der Digitalisierung. Die digitale Entwicklung liegt ganz woanders, Apps und Webseiten werden bald sowas von 2015 sein und wir werden uns lächelnd an die guten alten Zeiten erinnern.
Alexandra