Je älter, umso größer die Skepsis gegenüber der aktuellen Digitalisierungswelle, das besagt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesforschungsministeriums. Letzteres hat gerade das Wissenschaftsjahr 2014 mit dem Titel “die Digitale Gesellschaft” ausgerufen.

Die Umfrage zeigt, dass sich darauf nicht alle freuen. Positive Einschätzungen sind selten. Insbesondere Frauen (43%) sehen den technologischen Entwicklungen eher mit Befürchtungen entgegen. Immerhin 51% der Befragten glauben, dass der Unterricht vom Einsatz digitaler Technologien profitieren wird. 57% sind zuversichtlich, dass die Menschen den Umgang mit ihren persönlichen Daten im Internet erlernen werden. Auch auf die Forschung wird gesetzt: 66% gehen davon aus, dass neue technische Möglichkeiten zum Schutz vor Datenmissbrauch und Hacker-Angriffen entwickelt werden, immer noch 37% glauben, der Staat würde für einen besseren Schutz der persönlichen Daten im Internet sorgen. Letzteres finde ich besonders erstaunlich. Die Kurzzusammenfassung der Umfrage findet sich hier.

Bei den Jugendlichen sieht es ganz anders aus. Der BRAVO TrendMonitor hat im Februar Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren befragt. Geht es Richtung Ausbildung, so wollen bei den Jungen 26% in Richtung Informatik und IT gehen und weitere 18% irgendwas mit Medien machen. Bei Mädchen sind die IT Berufe gar nicht unter den Top 10, Medien stehen allerdings mit 23% ebenfalls auf Platz 2, gleich nach Mode & Styling. Klingt für mich danach, dass Deutschland endlich eine IT Show braucht. Was die Nutzung der neuen Medien angeht, da sind die Mädchen in allen sozialen Netzwerken – ja, auch in Google+ – weit vorn (53% Mädchen, 34% Jungen). Besonders groß ist der Unterschied bei der Nutzung von WhatsApp – da sind 81% der Mädchen dabei, allerdings nur 59% der Jungs. WhatsApp ist das meist genutzte soziale Netzwerk. Auch interessant: 20% der Mädchen und 10% der Jungen haben einen eigenen Blog.

Von Angst vor digitalen Medien also weit und breit keine Spur bei den unter 20-jährigen. Die digitale Gesellschaft hat zumindest schon mal Nachwuchs. 🙂