Zumindest nicht, wenn es nach den Initiatoren und Teilnehmern des proptech Meetups „Planen, Bauen und Managen – digital in die Zukunft gedacht“ geht. Veranstaltet wurde das Treffen von Startups und Brancheninsidern bei Drees und Sommer. Der nach eigenen Aussagen führenden europäischem Beratungs-, Planungs- und Projektmanagementunternehmen für private und öffentliche Bauherren und Investoren mit über 3.000 Mitarbeitern weltweit. Organisiert wurde der Abend von digitalmeetsrealestate und Thomas Glawitta.

Zum Stand der Digitalisierung in der Baubranche

Interessant aber leider auch traurig, weil so häufig schon in anderen Branchen gehört – der Status der Branche im Bezug auf Digitalisierung. Sehr viel Luft nach oben ist da noch, so könnte man die Situation kurz beschreiben. Zitiert wurde von fast allen Speakern eine Studie nach der die Baubranche direkt vor der Angel- und Fischereiindustrie positioniert ist, also sehr, sehr weit unten im deutschen Vergleich. Das liegt an vielen Gründen, insgesamt tut sich ja Deutschland schwer mit digitalen Veränderungen. Eine konservative Branche wie der Bau verhält sich entsprechend.

Die Produktivität der Branche ist ebenfalls vergleichsweise gering, eine Steigerung seit Jahren nicht sichtbar. Auch wenn suggeriert wurde, dass die Produktivität durch die Digitalisierung stark erhöht werden kann, hatte ich da doch Zweifel. Sicher gibt es viele andere Themen wie Ausbildung, faire Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen die ebenfalls maßgeblich für eine hohe Produktivität sind. Aber nicht zuletzt auch die Planungsfähigkeit und die adressierte dann auch gleich das erste Startup.

Insgesamt ist die Baubranche mit ihrer Umsatzstärke natürlich enorm relevant. Die Veränderungsfreude innerhalb der Branche hält sich in Grenzen, sie scheint getrieben. Nur nicht die Startups die sich gestern vorstellten.

Vorstellung von Startups im proptech-Bereich

Das waren:

reInvent – eine zentrale Kommunikations- und Planungssoftware für Bauprojekte

Corrux – sammelt Infrastrukturdaten von Maschinenherstellern auf dem Bau und und eröffnet so neue Potenziale für Produktivität und Profitablität auf dem vernetzten Bau

Buildingminds – für mich nicht wirklich ein Startup, da von Schindler und Microsoft gegründet mit klarem Auftrag, „die Bewirtschaftung und Verwaltung von Immobilien mit einer «Software-as-a-Service»-Plattform zu optimieren“. Das Funding von 150 Mio Euro macht andere Gründer sicher neidisch, auch die Ausstattung mit 100 Digitalisierungsexperten.

Fairfleet – ein Fullservice Anbieter für Drohnenaufnahmen mit über 2000 Drohnenbesitzern in 50 Ländern. Die Aufnahmen werden nicht nur für die Vermarktung zum Beispiel von Wohnimmobilien genutzt, sie werden auch zur Datenerhebung beispielsweise über den Investitionsrückstau auf umfangreichen Gewerbeobjekten genutzt. Ein spannender Vortrag, auch weil Einblicke in eine wirkliche Startup-Story gezeigt wurden, da geht es nunmal nicht immer nur nach oben.

Eine Preisvergabe gab es auch. Die bekam Larissa Lapschies für Ihre Social Media Arbeit im Bereich B2B Kommunikation Real Estate, ganz präzsise bekam Sie den Influencerin Award.

Und noch eine Neuigkeit gab es: der Tagesspiegel startet ein digitales Magazin mit dem Thema Proptech in Zusammenarbeit mit DMRE (Digital Meets Real Estate). Mehr Infos dazu gibt es hier.

Insgesamt war das eine sehr gelungene Veranstaltung. Vielen Dank an die Organisatoren und Thomas Glawitta.

Warum war ich auf dieser Veranstaltung? Wir betreuen viele Kunden aus der Immobilienbranche und allein darum bin ich sehr interessiert an den Veränderungen. Darüber hinaus sind wir als Agentur ständig in Digitalisierungsprojekte involviert und freuen uns, wenn sich Dinge vorwärts bewegen.