Der Online Marketing Day 2013 der Scout Gruppe stand in diesem Jahr ganz unter dem Big Data Stern. Es war ein außerordentlich interessanter Tag mit hervorragenden Speakern. Der 20. Juni 2013 war ein außerordentlich heißer Tag im MACE in München, bei den Referenten, aber auch bei den Teilnehmern floss jede Menge Schweiß.

Besten Dank an Michael Walch von der Scout Holding, der den Tag perfekt organisiert hat. Ich freue mich sehr, dass ich dabei sein konnte.
Der Tag war gut aufgeteilt, vormittags vier inspirierende Vorträge, nachmittags Workshops und abends ein entspannter Ausklang bei Barbecue und Bier. 120 Teilnehmer aus der Holding und den Verticals fanden in den Pausen viele Möglichkeiten zum Austausch.

Julius van de Laar im Wahlkampf für Obama

Inhaltlich fing der Tag mit einem Knaller an. Julius van de Laar, der ja auch schon bei den Online Marketing Rockstars im Januar begeisterte, hielt einen sowohl medial als auch inhaltlich hervorragend aufbereiteten Vortrag über die Rolle von Big Data in den Obama Wahlkämpfen 2008 und vor allem 2012. Thematisch war ich da ganz besonders dabei. Schließlich bin ich Politikwissenschaftlerin und habe in Washington, D.C. studiert.

Erfolgsfaktoren

Die wichtigste Message war sicherlich, dass auch Big Data nichts taugt ohne ein perfektes Produkt und eine perfekte Message. Und so fing der Wahlkampf 2012 auch mit der Definition des Spielfeldes an, weg von der Wirtschaftspolitik – hier hätte Obama verloren – hin zu einem persönlichen Feldzug gegen den reichen, erfolgsverwöhnten Romney.
Ein weiterer Erfolgsfaktor war einfach Geld. 9,8 Milliarden Dollar haben die Kontrahenten sich den Wahlkampf kosten lassen, eine außerordentliche Materialschlacht.
Der dritte Erfolgsfaktor ist die Segmentierung der Zielgruppen. Der Kampf hat sich nicht mit den Stammwählern entschieden, sondern bei den Unentschlossenen. Und auf die wurde auch die geballte Marketingaktivität gelegt.
Tools wie spezielle Apps zur Nutzung und zusätzlichen Erfassung von Wählerdaten haben den Wahlkampf maßgeblich unterstützt.
Das alles lief unter dem Buzzword “Force Multiplier”, perfekt in Szene gesetzt. Stärken stärken habe ich mir mal wieder mitgenommen. Authentisch bleiben, nichts verkaufen, was nicht da ist. Wichtig!

Jean-Paul Schmetz, Chief Scientist Hubert Burda Media

Den zweiten Vortrag hielt Jean-Paul Schmetz, absolut beeindruckend. Sein Lebenslauf liest sich wie das Who is Who der digitalen Branche, die Scout Holding steht nicht mit drin, aber auch bei deren Gründung war er mit seinem Know How im Bereich Datenaggregation beteiligt. Ja, auch an der Entwicklung von Google Adwords war er beiteiligt, bei Xing sitzt er im Aufsichtsrat, HackFwd, Tommorrow Focus, you name it. Oh ja, bei Holidaycheck war er auch dabei. Dazu gleich mehr. Er ist studierter Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler und macht gerade noch ein Studium in Computer Science nebenbei, um auf dem Laufenden zu bleiben. Ohne Show und mit einem enormen Wissens- und Erfahrungsschatz sprach er über Big Data & B2C Produkte.

Über den Umgang mit Big Data

Mochi-wa mochi-ya – Wenn Du mochi willst, gehe zum Mochi-Macher”. Wer ist das im Bereich Big Data? Stanford. Von da kommen Yahoo, Google, Instagram u.a. Big Data Produkte.
Worum geht es bei Big Data? Es geht darum, Daten in Software, in Produkte zu verwandeln. Dieser Prozess geht weit über die bisherige Segmentierung von Nutzern hinaus. Es geht um Machine Learning, mit dem Zweck den Nutzer besser zu verstehen und ihm bessere Produkte anzubieten. Das erfolgreichste Produkt dieser Art ist Google Adwords, das inzwischen mehr Umsatz macht als die gesamte Printindustrie der USA. (Und das ohne eigene Inhalte, könnte man kritisch hinzusetzen.)
Auch die Entwicklung von Holidaycheck beinhaltete diverse Lernkurven an deren Ende Daten und die Nutzerinteressen im Mittelpunkt standen und im Endeffekt ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell. Holidaycheck bekam deutlich mehr Traffic über die 10 schlechtesten Hotels in Spanien als über die 10 besten Hotels. Menschen ist das Vermeiden von Fehlern wichtiger als das Träumen über Dinge, die sie sich nicht leisten können.
Es geht um Mathematik, um Statistik, um komplizierte Dinge, nicht um Präsentationen. Hole alle Experten an einen Tisch und lass sie das beste aus den Daten rausholen.

Philipp Westermeyer und Real Tim Bidding

Als Initiator und Moderator der Online Marketing Rockstars bekannt, kam Philipp in seiner Funktion als CEO vom Metrigo um über die Zukunft und die Möglichkeiten des RTB zu sprechen. Nicht mein Spezialgebiet und als Nichtspezialistin fühlte ich mich sehr gut informiert und abgeholt. Mitgenommen habe ich, daß RTB Potenziale hat, dass mehr als eine Restplatzvermarktung bisher allerdings kaum stattfindet. Also weiter beobachten.

Björn Tantau und Google+

Den Abschluß des sehr informativen Vormittages gestaltete Björn, der einen weiteren Hoffnungsträger, diesmal der Social Media und SEO Branche, und seine Potenziale beleuchtete. Hier sollte man nicht nur beobachten, sondern mitmachen und über den authorrank, google+ und weitere Social Mediakanäle die eigene Präsenz stetig ausbauen.

Der Nachmittag

Mittag war super, der Nachmittag mit Workshops gespickt. Ich habe den von Julius van der Laar besucht und mochte das Format – World Cafe – sehr. 4-6 Themen werden von kleinen Gruppen (max. 12 Personen) innerhalb kurzer Zeit bearbeitet. 10 Minuten pro Gruppe und Thema, dann wandert die Gruppe weiter zum nächsten Thema. Eine Person bleibt konstant bei einem Thema und protokolliert die Ergebnisse. Über dieses Format erhält man in kürzester Zeit einen Überblick über das Know How und die Ideen in einer Gruppe. Zur Verwendung empfohlen.
Michael Praetorius geleitete uns sehr kompetent, locker und angenehm durch den Tag. Er ist Publizist und Medienberater und hat seine Sache sehr gut gemacht.
Abends wurde gegrillt und es gab viele Erfrischungsgetränke. Eine Fahrradrikscha brachte uns zurück ins Hotel. Auch das war gelungen.

Fazit

Eine sehr gelungene Veranstaltung, die einen fachlich spannenden Überblick über die wichtigsten Brennpunkte im Onlinemarketing gut aufbereitet für Experten und Management geboten hat. Gerne wieder.

Alexandra