In den vergangenen Monaten haben wir uns an vielen Themen und Aktionen beteiligt, die bei der Bewältigung der coronabedingten Folgen unterstützen. Ein ganz besonderes Augenmerk lag und liegt dabei auf den Schulen. Als Eltern haben wir selbst schulpflichtige Kinder und können somit aus erster Hand den täglichen Kampf der Schulen, Schüler und Eltern erleben. Wir sind zwar selbst keine digital natives, unsere Wahlheimat haben wir im Digitalen allerdings gefunden und können darum an vielen Stellen auch schnell helfen. Für richtige Lösungen braucht es allerdings eine Zusammenarbeit zwischen Schulen, Behörden, Schülern, Eltern und digital Interessierten. Das hat das Team rund um den Hackathon #wirfuerschule erkannt. Seit heute morgen sind über 6.000 Teilnehmer:innen am Start und denken über neue Lösungen für die Schule von morgen nach. Und wir sind auch dabei.

Datenschutz für Schulen

Wir haben ein ganz konkretes Thema, dass sich weniger um die konkrete Ausstattung und mehr um den rechtlichen Hintergrund kümmert: den Datenschutz. Beim #wirvsvirus-Hackathon hatte ich zusammen mit meinem Mann am Thema “virtuelle mündliche Verhandlungen für Gerichte” gearbeitet. Wir hatten uns überlegt, wie und mit welchen Tools Gerichte während des Lockdowns weiter Verhandlungen durchführen können. Aus diesem Projekt ist ein Leitfaden entstanden, den federführend der Richterbund zusammen mit Datenschutzexperten geschrieben hat. Teil des Leitfadens sind auch Checklisten und Formulare, die nun zur Durchführung von digitalen Verhandlungen genutzt werden können.

In den vergangenen Wochen haben wir persönlich erlebt, wie hilflos Schulen dem Thema Datenschutz gegenüberstanden. In mehreren Fällen kam es zum kompletten Verbot von Videokonferenzen, weil Lehrer plötzlich persönlich für die datenschutzkonforme Nutzung verantwortlich gemacht werden. Und das ohne fachliche und kundige und vor allem problemlösende Begleitung.

In dieser Woche wollen wir nun den schon vorhandenen Leitfaden auf Schulen anpassen, so dass Lehrer:innen und Schulleiter:innen mit dem Leitfaden arbeiten können. Wer sind wir? Ich bin Unternehmerin und seit 20 Jahren in digitalen Projekten zu hause. Ich habe zwei Kinder (23 und 12) und habe in der Grundschule des Kleinen schon vor Jahren Kurse zum Thema “Programmieren ohne Computer” gegeben. Dabei bin ich sehr intensiv mit der Technikaversion der Lehrer in Berührung gekommen. Seit dem versuche ich das zu ändern, auch mit einer starken Unterstützung jetzt während der Corona-Krise. Den Hackathon begleitet im Team Rüdiger Kössling, Datenschutzexperte und Gründer der Agentur Consilium.

Wir benötigen noch Mitstreiter. Zunächst Lehrer:innen mit denen wir den eigentlichen Arbeitsprozess und Kommunikationsprozess mit den Schüler:innen durchsprechen können. Und dann sehr gern auch Experten, die sich mit dem Thema beschäftigen und sowohl bei der Ausformulierung als auch später dann bei der Verbreitung unterstützen. Ich freue mich sehr auf die Woche, weiß aber auch, dass das eine echte Herausforderung ist, denn natürlich haben wir auch sonst einiges um die Ohren. Ich würde mich mächtig freuen, wenn wir hier sinnvoll unterstützen können.

Hier ein paar Artikel zum Thema aus den vergangenen Corona-Moanten
Digitalisierungsrückstau an Schulen
Unser Beitrag zum #wirvsvirus Hackathon – Videoverhandlungen für Gerichte
Einfach arbeiten mit Jitsi

Unser Ansatz

Datenschutz ist wichtig. Aber einfach einzuhalten ist er nicht. Wir möchten Lösungen anbieten und also auch Tools empfehlen, die – nach bester Einschätzung – datenschutzkonform eingesetzt werden können. Und möglichst gleichzeitig komfortabel und einfach zu nutzen sind. Sehr häufig gibt es dafür schon Lösungen, die sind einfach noch nicht bekannt. Denn die guten open source Lösungen haben kein großes Marketingbudget.

Dabei können wir in der kurzen Zeit natürlich keine große Analyse der Märkte machen, können aber beispielhaft beschreiben, welche Tools unbedenklich genutzt werden können und welche Grundvoraussetzungen (Einverständniserklärung, Aufklärung etc.) dafür geschaffen werden müssen.

Datenschutz ist für uns ein wichtiges Feature, das schon in der Grundkonzeption der Software mit beachtet werden sollte (privacy by design). Datenschutz vorzuschieben, um digitale Entwicklungen nicht zu

Mitmachen

Eine direkte Teilnahme am Hackathon ist formal leider nicht mehr möglich. Wir freuen uns dennoch über Teilnehmer, gern auch aus Oranienburg / Oberhavel. 🙂

Dienstag früh (9 Uhr) werden wir eine Videokonferenz machen an der sich sehr gern Lehrer:innen und Eltern beteiligen können. Es geht darum herauszufinden, welche Themengebiete datenschutzrechtlich bearbeitet werden müssen. Also quasi um den Arbeitsablauf der Lehrer:innen. Das sind Themen wie:

  • Kommunikation zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen (eben nicht Whatsapp)
  • Videokonferenzen
  • BOYD (Bring your own device – datenschutzkonformes Arbeiten mit eigenen Geräten)
  • Speichern von Dokumenten, Bildern etc.

Wer teilnehmen möchte, schreibt mir einfach eine Mail an info(at)digitaler-umbruch.de.